Klimafreundliche Tourismuszukunft Mittel- & Südburgenland: Gemeinsam nachhaltig gestalten

KURZPROJEKTBESCHREIBUNG

Das Projekt entwickelt ein umfassendes Klimakonzept, das Tourismus, Energie und Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene verbindet. Es identifiziert Chancen und Herausforderungen für Betriebe, Gemeinden und Bewohner:innen, Gäste und bündelt Maßnahmen aus bestehenden Landes- und Regionalstrategien und sorgt für eine zielgerichtete Umsetzung vor Ort.

Durch Workshops, Vernetzungstreffen und Kommunikationsinstrumente werden alle Akteure der Region aktiv eingebunden und informiert, sodass das Konzept direkt in der Praxis wirksam wird. Das Projekt stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Destinationen und fördert die breite gesellschaftliche Akzeptanz für nachhaltiges Handeln.

Das Projekt wird als Kooperationsprojekt der beiden Tourismusverbände Mittel- und Südburgenland umgesetzt.

 

AUSGANGSLAGE

Nachhaltigkeit & Zertifizierungsprozess

Im Rahmen unseres umfassenden Nachhaltigkeitsprozesses, der im Jänner 2024 startete und im April 2025 mit der Doppelauszeichnung durch das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen und das internationale TourCert-Siegel seinen vorläufigen Höhepunkt fand, wurde klar: Die bisher erarbeiteten Maßnahmen bilden eine wertvolle Basis. Doch um die Zertifizierung langfristig abzusichern und weiterzuentwickeln, sind regionale, integrierte Konzepte für Klimaschutz und Anpassung zwingend notwendig!

Der Zertifizierungsprozess hat uns gezeigt, dass Nachhaltigkeit nicht mit der Erfüllung von Kriterien endet, sondern eine kontinuierliche Haltung und Weiterentwicklung erfordert. Im Austausch mit Auditor:innen wurde mehrfach betont, dass die langfristige Resilienz und Entwicklung unserer Destinationen nur durch eigenständig erarbeitete, regionale Strategien gewährleistet werden kann. Diese müssen Klimawandel, Energiefragen, Ressourcenschonung und Tourismus konsequent zusammendenken und mit konkreten Maßnahmen unterlegen.

Unser Nachhaltigkeitsprozess hat dabei wichtige Grundlagen geschaffen:

  • Eine Bestandsaufnahme und Stakeholderanalyse haben zentrale Herausforderungen sichtbar gemacht.
  • Die Nachhaltigkeitsvision & -mission definieren unsere Wertebasis und geben Orientierung.
  • Mit dem Nachhaltigkeitsbericht und Maßnahmenplan liegt ein solides Fundament für die nächsten Schritte vor.
  • Über die Einbindung regionaler Partner:innen und den Nachhaltigkeitsbeirat wurde bereits ein Netzwerk aufgebaut, das als Träger für weitere Entwicklungsprozesse dient.

Doch gleichzeitig haben wir gelernt: Standardisierte Vorgaben reichen nicht aus, um den komplexen Anforderungen unserer Region gerecht zu werden. Im Sinne eines „nachhaltigen Lebensgenusses“ brauchen wir Konzepte, die maßgeschneidert auf die regionalen Bedingungen eingehen, die Besonderheiten von Südburgenland und Mittelburgenland berücksichtigen und als konkrete Handlungsgrundlage für touristische Maßnahmen dienen.

 

Vorhandene Strategien:

Auf Landesebene liegt mit der burgenländischen Klimastrategie, dem Klimawandelanpassungsbericht sowie der Energiestrategie ein umfassender Orientierungsrahmen vor.

Auf regionaler Ebene zeigt sich jedoch ein deutliches Defizit: Im Südburgenland bestehen lediglich in einzelnen Teilräumen Strategien und Maßnahmen – etwa in Form von KLAR!-Regionen (Klimawandelanpassungsregionen) oder KEM-Regionen (Klima- und Energiemodellregionen). Das Südburgenland umfasst 72 Gemeinen. Darunter werden 19 Gemeinden des Südburgenlandes sowohl durch eine KLAR!-Region, als auch durch eine KEM-Region (ökoEnergieland) vertreten. Weitere 10 Gemeinden werden durch die KEM-Region (Lichtregion Jennersdorf) abgedeckt. 

Für das Mittelburgenland besteht die Lücke noch gravierender: Hier gibt es bislang weder eine KLAR!- noch eine KEM-Region, sodass derzeit keine regionale Klimawandelanpassungs- oder Energiestrategie vorhanden ist.

Zwar verfügen beide Regionen bereits über regionale Tourismusstrategien, doch ein integriertes Konzept, das die Themen Klimawandel, Klimaschutz, Energie und Tourismus auf regionaler Ebene systematisch zusammenführt, existiert nicht.

Gerade diese fehlende Verzahnung wird zunehmend zum Problem: Klimatische Veränderungen wirken sich bereits heute direkt auf touristische Angebote, Infrastruktur, Mobilität und die Lebensqualität in den Regionen aus. Hitzetage, veränderte Niederschlagsmuster, Trockenperioden oder auch Extremwetterereignisse haben Folgen für die Landwirtschaft, die Landschaftsattraktivität und damit für das touristische Erlebnis. Ohne regionale, maßgeschneiderte Strategien laufen wir Gefahr, dass Chancen ungenutzt bleiben und Risiken die langfristige Entwicklung unserer Destinationen gefährden.

Ein solches integriertes Konzept ist daher nicht nur ein logischer nächster Schritt, sondern eine Notwendigkeit:

  • Um die Zukunftsfähigkeit der Tourismusregionen zu sichern.
  • Um die erzielten Zertifizierungen langfristig mit Leben zu füllen.
  • Um den steigenden Erwartungen von Gästen, Partner:innen und Politik gerecht zu werden.
  • Um Klimaschutz und Anpassung nicht abstrakt, sondern konkret und erlebbar zu gestalten.

Damit wird aus einem zunächst freiwilligen Nachhaltigkeitsprozess ein strategisches Gebot für die regionale Entwicklung. Jetzt gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse in ein praxisnahes, integriertes Klimawandel-, Energie- und Tourismuskonzept zu überführen – als verbindliche Grundlage für die weitere Positionierung der Destinationen Südburgenland und Mittelburgenland.

 

ZIELSETZUNG

Das Projekt verfolgt das Ziel, ein integriertes Klimawandelanpassungs-, Klima- und Energiekonzept für die gesamten Regionen Mittel- und Südburgenland zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf den tourismusrelevanten Auswirkungen des Klimawandels, den damit verbundenen Herausforderungen sowie den Handlungsoptionen für die Destinationen.

Neben der Erstellung der Strategie umfasst das Projekt ein Maßnahmenpaket zur Einbindung von Gemeinden, Betrieben, Bevölkerung und Gästen, um das Konzept praxisnah zu verankern und eine breite Akzeptanz sicherzustellen.

Die Zielsetzungen lassen sich wie folgt konkretisieren:

  1. Strategieentwicklung
    1. Analyse der bestehenden burgenländischen Landesstrategien (Klimastrategie, Klimwandelanpassungsbericht, Energiestrategie) und Übertragung auf die touristischen Destinationen Mittel- und Südburgenland.
    2. Durchführung eines Kick-off-Workshops sowie eines Verdichtungs-Workshops zur gemeinsamen Erarbeitung von Grundlagen, Zielen und Maßnahmen.
    3. Erstellung einer Strategieskizze mit klaren Zielen, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für beide Destinationen und die Tourismusverbände.
  2. Einbindung der Gemeinden und Betriebe
    1. Durchführung von Netzwerktreffen für Gemeinden beider Regionen, um die Ergebnisse des Nachhaltigkeitsprozesses weiterzugeben und konkrete Handlungsfelder aufzuzeigen.
    2. Abhaltung von Workshops für touristische Betriebe (je einer pro Region) zur Motivation und Entwicklung praktischer Umsetzungsschritte („Jetzt einsteigen und konkret loslegen“).
  3. Einbindung der Bevölkerung und Gäste
    1. Umsetzung eines Partizipationsprojekts für die Bevölkerung, um regionale Perspektiven und Ideen in das Konzept einzubringen.
    2. Erstellung eines Informationsfolders für Gäste mit praktischen Tipps für einen klimafreundlichen Urlaub in den Destinationen.
    3. Entwicklung einer „Toolbox Nachhaltigkeit für Kinder“ („Grüne Ferienhelden“ mit nachhaltigen Urlaubstipps und Mitmachideen), um das Thema generationsübergreifend zu verankern.
Zusammenfassung der Zielsetzung

Das Projekt verbindet die strategische Erarbeitung eines Klimawandelanpassungs-, Klima- und Energiekonzepts mit der aktiven Beteiligung aller relevanten Zielgruppen. Damit wird gewährleistet, dass:

  • Gemeinden und Betriebe in die Entwicklung eingebunden werden,
  • die Bevölkerung in den Prozess integriert wird,
  • Gäste durch Informationsangebote zum klimafreundlichen Handeln angeregt werden,
  • Kinder und Familien spielerisch für Nachhaltigkeit sensibilisiert werden.

So entsteht ein praxisorientiertes, breit verankertes Konzept, das sowohl den politischen Anforderungen als auch den Zielen einer nachhaltigen Tourismusentwicklung entspricht und die Regionen Mittel- und Südburgenland langfristig stärkt.

 

Wirkung auf die Region:

Mit der Erarbeitung eines integrierten Klimawandelanpassungs-, Klima- und Energiekonzepts entsteht ein strategischer Orientierungsrahmen für die gesamte Region.

Wirkungsschwerpunkte:

  • Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit: Durch konkrete Maßnahmen wird die Zukunftsfähigkeit der Destinationen gesichert und die Attraktivität für Gäste und Einheimische gestärkt.
  • Koordination statt Einzelmaßnahmen: Die enge Verknüpfung von Klima, Energie und Tourismus verhindert isolierte Maßnahmen ohne langfristige Wirkung.
  • Breite gesellschaftliche Wirkung: Die Zusammenarbeit der Tourismusverbände, Gemeinden, Betriebe, Gäste und Bevölkerung schafft Akzeptanz und fördert Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.
  • Entlastung der Gemeinden: Die Umsetzung erfolgt über gemeinsame Strukturen und Kooperationen, sodass Gemeinden keine zusätzlichen finanziellen Mittel aufbringen müssen.

 

Folgende Punkte werden als Erfolgsindikatoren angesehen:

(jeweils pro Region)

  • 1 Fertiges Konzept:
    • Wird den KLAR!, KEM, Naturparke, Leader und allen Interessierten zur Verfügung gestellt (E-Mail - Übermittlung)
    • Wird im Nachhaltigkeitsrat präsentiert (Präsentation)
    • Wird auf der Website des TVB’s veröffentlicht (Link)
  • Workshops/Treffen:
    • 1 abgehaltener Verdichtungs-Workshop (Teilnehmerliste)
    • 1 abgehaltenes Netzwerktreffen für Gemeinden (Einladung)
    • 1 abgehaltener Motivations-Workshop für Betriebe (Einladung, Teilnehmerliste)
    • 1 Partizipationsveranstaltung für lokale Bevölkerung (Einladung)
  • Gedruckter Folder
    • Liegt im Tourismusverband auf 
    • Touristische Betriebe werden informiert und bei Bedarf mit der Drucksorte ausgestattet (Newsletter mit der Info an Betriebe)
    • Veröffentlichung auf Website (Link)
  • Fertige Drucksorte “Grüne Ferienhelden”
    • Liegt im Tourismusverband auf
    • Touristische Betriebe werden informiert und bei Bedarf mit der Drucksorte ausgestattet (Newsletter mit der Info an Betriebe)
    • Naturparke werden informiert (E-Mail)
  • Workshops/Treffen:
    • 1 abgehaltener Kick-Off Workshop mit relevanten Stakeholdern (Teilnehmerliste)

 

Zielgruppe:
Das Projekt richtet sich an alle zentralen Akteure in den Regionen:

  • Gemeinden als Verantwortungsträger in der regionalen Entwicklung
  • Touristische Betriebe als Gestalter klimafreundlicher Angebote
  • Gäste als Nutzer:innen nachhaltiger Tourismusangebote
  • Mitarbeiter:innen der Tourismusverbände als Multiplikator:innen
  • Bevölkerung als wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette und Trägerin einer nachhaltigen Alltagskultur

Eine Differenzierung nach Geschlecht oder Alter ist nicht vorgesehen. Das Projekt verfolgt den Grundsatz der breiten Teilhabe, sodass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von den Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen profitieren.

 

AUSBLICK

Mit der Erarbeitung des Klimawandelanpassungs-, Klima- und Energiekonzepts wird eine strategische Grundlage für die Destinationen Mittel- und Südburgenland geschaffen. Das Projekt endet jedoch nicht mit der Fertigstellung des Konzeptes:

  • Die definierten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen dienen als Leitfaden für die praktische Umsetzung in den Gemeinden, Tourismusverbänden und Betrieben.
  • Über die entwickelten Kommunikationsinstrumente (Folder, Toolbox, Partizipationsprojekte) wird eine breite Sensibilisierung von Bevölkerung und Gästen sichergestellt.
  • Die im Projekt erarbeiteten KPIs ermöglichen es, Fortschritte messbar zu machen und die Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen.
  • Durch die geschaffenen Netzwerke und die eingebundenen Akteure entsteht eine kontinuierliche Plattform für Austausch und Weiterentwicklung, die auch nach Projektende bestehen bleibt.

Damit wird gewährleistet, dass das Projekt nicht nur ein einmaliger Impuls ist, sondern einen nachhaltigen Beitrag zur langfristigen Positionierung der Destinationen als klimafitte, zukunftsfähige Tourismusregionen leistet.

 

KOSTENPOSITIONEN
Prozessbegleitung
Raummieten für Workshops
Druckkosten für Flyer und Tool Box für Kinder

 

PROJEKTLAUFZEIT: November 2025 - Dezember 2026
PROJEKTKOSTEN: Anteil Mittelburgenland € 24.471,13 

 

PROJEKTTRÄGER / PARTNER MITTELBURGENLAND
Tourismusverband Mittelburgenland-Rosalie
Hauptstraße 47
7343 Neutal
+43 2615 20720
office-mitte@burgenland.info
https://www.mittelburgenland-rosalia.info

 

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